Wie präsentiert sich die Verkehrssituation der ersten Bauwochen?
Die Erfahrungen der ersten Wochen zeigen, dass die Grossbaustelle auf der Stadttangente bisher keine grösseren Staus verursacht hat. Auch der befürchtete Ausweichverkehr auf das städtische und regionale Strassennetz hält sich in Grenzen. Die Verkehrssituation entspricht grundsätzlich den Erwartungen.
Die Gründe für den flüssigen Verkehr lassen sich durch verschiedene Massnahmen und Ursachen erklären: Einerseits haben die flankierenden Verkehrsmassnahmen in Zusammenarbeit mit Stadt und Kanton Bern wie auch die breite Kommunikation gut gegriffen. Andererseits ist die Verkehrsmenge momentan etwas geringer als prognostiziert. Es ist aber damit zu rechnen, dass der Verkehr in den kommenden Wochen zunehmen wird. Ausweichverkehr auf dem Stadtnetz ist insbesondere auf den prognostizierten Routen Achse Monbijoubrücke, Achse Murten-/Bremgartenstrasse sowie teilweise auf der Achse über Forsthaus-Inselplatz auszumachen. Auf der Achse Worblaufen-Zollikofen stösst das Verkehrssystem, welches schon vor dem Startschuss zur Sanierung der Stadttangente stark belastet war, durch den geringen stadttangenten-bedingten Mehrverkehr an seine Kapazitätsgrenzen. Die dadurch entstehenden Stockungen in der Abendspitze führen zu Verspätungen im öffentlichen Verkehr (RBS-Linie 36). Um dem Abhilfe zu schaffen, sind weitere Optimierungsarbeiten im Gang. Da der Verkehr ab Anschluss Neufeld Richtung Zürich, also durch die eigentliche Baustelle, flüssig zirkuliert, wird den ausweichenden Autofahrern in Richtung Norden dringend empfohlen, statt über Zollikofen über die Autobahn zu fahren!
Warum ist die gesamte Baustelle mit Tempo 60 signalisiert?
Die Geschwindigkeitsbegrenzung von 60 km/h über die gesamte Baustelle gibt da und dort zu Diskussionen Anlass: Warum ist Tempo 60 sinnvoll? Aus Sicherheitsgründen ist auf einer Baustelle wie der Stadttangente ein möglichst einheitliches, dauerhaftes und verständliches Geschwindigkeitsregime angezeigt. Das zulässige Höchsttempo richtet sich einerseits nach der Verkehrs- und andererseits nach der Baustellensicherheit.
Das Projekt «Gesamterneuerung Stadttangente Bern» ist ein umfangreiches und komplexes Bauvorhaben: In den nächsten Jahren folgen verschiedenste Bauphasen und damit verbunden Veränderungen bei der Verkehrsführung. Die jetzige Situation wird sich deshalb immer wieder etwas verändern. Im Sinne einer sicherheitsverträglichen und verständlichen Geschwindigkeitsgestaltung wird die Baustelle zwischen dem Wankdorfdreieck und der Verzweigung Weyermannshaus (inkl. eine gewisse Länge auf den jeweiligen Anschlüssen in Richtung Zürich und Thun sowie in Richtung Lausanne und Fribourg) für die ganze Baudauer einheitlich mit 60 km/h signalisiert. Somit wird sich nur die Verkehrsführung verändern, die Geschwindigkeitsgestaltung bleibt über die Baudauer konstant. Die Höhe der Geschwindigkeit im Baustellenbereich ist abhängig von verschiedenen Faktoren, wie zum Beispiel der Fahrstreifenbreite, den Radien und den Absperrmöglichkeiten der Baustelle. Die Tempolimite dient sowohl der Sicherheit der Verkehrsteilnehmenden wie auch der Arbeitssicherheit der Bauarbeiter. Aus diesen Gründen ist fast auf dem ganzen Baustellenperimeter die Geschwindigkeit 60 km/h vorgegeben. Bei einigen kurzen Abschnitten dürfte die Geschwindigkeit theoretisch auf 80 km/h erhöht werden. Da aber die Bauphasen und somit die oben erwähnten Bedingungen laufend wechseln werden, würden solche Ausnahmen verunsichern und somit das Unfallpotenzial erhöhen.
Was bezwecken die Ampeln bei den Einfahrten Forsthaus und Neufeld?
Die Lichtsignalanlagen bei den Einfahrten Forsthaus und Neufeld dienen dazu, den Zufluss auf die Autobahn zu drosseln. Mit dieser sogenannten Rampenbewirtschaftung kann in den Hauptverkehrszeiten der Verkehrsfluss auf der Autobahn besser aufrecht erhalten werden. Wechselweise wird einem oder mehreren Verkehrsteilnehmenden auf den beiden Fahrspuren die Einfahrt auf die Autobahn freigeben. Die Erfahrungen sind bisher sehr positiv. Die Autofahrer haben sich mittlerweile an die neue, nicht alltägliche Situation gewöhnt.
Mit der Rampenbewirtschaftung wird versucht, den Verkehr auf der Autobahn möglichst lange flüssig zu halten, damit insbesondere im engen Baustellenbereich auf dem Felsenauviadukt keine Stockungen oder Staus entstehen. Auf dem Viadukt muss der Verkehr möglichst ungestört und konfliktfrei fahren können, da so die Unfallgefahr stark gemindert werden kann. Auf dem engen Viadukt führt ein Unfall jeweils rasch zu massiven Verkehrsbehinderungen. Würden bei der Autobahneinfahrt Neufeld die Fahrzeuge undosiert auf die Autobahn einfahren, wäre die Gefahr gross, dass im Bereich Neufeld/Felsenauviadukt gefährliche Situationen durch Spurwechsel, «Vordrängeln» etc. entstehen. Die Rampenbewirtschaftungsanlage ist so programmiert, dass sie bei grossen Verkehrsmengen auf der Autobahn (d.h. vor allem zu Spitzenstunden morgens und abends) automatisch einschaltet. Auf diese Weise kann der Verkehr früh dosiert und das Entstehen von Stockungen oder Staus im Bereich Neufeld/Felsenauviadukt minimiert werden.