Felsenauviadukt hält dem Verkehr Stand
(März 2007)
Der bauliche Zustand des Felsenauviadukts im Norden von Bern ist generell gut. Dies ist das Zwischenergebnis einer Analyse, die derzeit von Experten der ETH Zürich durchgeführt wird. Um das 33-jährige Bauwerk auch für die Zukunft funktionstüchtig zu halten, sind allerdings Massnahmen in Erwägung zu ziehen.
Im Hinblick auf die Gesamterneuerung der Stadttangente wird der Felsenauviadukt von Experten der ETH Zürich eingehend untersucht. Die Zustandsanalyse hat zum Ziel, allfällige Ermüdungsschäden am Bauwerk rechtzeitig zu erkennen und Aufschluss darüber zu erhalten, was nötig ist, um den Viadukt auf die nächsten 60 bis 70 Jahre hinaus funktionstüchtig zu erhalten.
Erste Zwischenergebnisse der Zustandsanalyse liegen jetzt vor. Die Experten kommen zum Schluss, dass der bauliche Zustand des Felsenauviadukts auch 33 Jahre nach seiner Inbetriebnahme generell gut ist. Sofortmassnahmen drängten sich nicht auf. Die Schwachstellen des Bauwerks orten die Experten bei den seitlichen Kragplatten, also im Bereich der äusseren Fahrspuren, die grossen Verkehrslasten ausgesetzt sind. Hier seien am ehesten Ermüdungserscheinungen zu erwarten, die bauliche oder betriebliche Massnahmen erfordern würden. Um zu eruieren, welchen Belastungen der Felsenauviadukt täglich ausgesetzt ist, hat das kantonale Tiefbauamt im Januar auf allen Fahrspuren Gewichtssensoren einbauen lassen. Sie messen das Gewicht aller durchfahrender Fahrzeuge.
Die Zustandsanalysen der ETH-Experten sind noch im Gang. Um schlüssige Aussagen zum Ermüdungsverhalten des Viadukts machen zu können, sind noch Deformationsmessungen mit lokalen Lasten geplant. Diese Messungen werden Ende Mai während zwei aufeinander folgenden Nächten zu Verkehrsbeschränkungen führen. Mit der Aktion verfolgt die Bauherrschaft das Ziel, die modellmässigen Berechnungen zu verifizieren und die Modelle zu schärfen. Sobald der Schlussbericht der ETH-Experten vorliegt, wollen Kanton und Bund die weiteren Planungsschritte festlegen. Fest steht, dass die Gesamterneuerung der Stadttangente nicht vor 2010 in Angriff genommen wird.
Der Auftrag für einen «Alterscheck» des Felsenauviaduktes geht auf eine Empfehlung von ETH-Professor Peter Marti zurück, der 2005 beauftragt wurde, das Projekt einer Verbreiterung des Viadukts auf seine technische Machbarkeit hin zu beurteilen. Gestützt auf diese Expertise entschieden Kanton und Bund im Juni des vergangenen Jahres, auf eine Verbreiterung vorerst zu verzichten. Marti kam damals zum Schluss, dass eine Verbreiterung technisch machbar wäre. Er wies aber mit Nachdruck auf die bautechnischen und finanziellen Risiken hin, die mit einer Verbreiterung verbunden wären und empfahl im weiteren, den Zustand des Viadukts unabhängig von der Frage einer Verbreiterung vertieft zu überprüfen.