Stadttangente Bern Nord
 

Felsenauviadukt während zweier Nächte gesperrt

 
 
 
(Mai 2007)

Wegen Deformationsmessungen bleibt der Felsenauviadukt zwischen den Anschlüssen Neufeld und Wankdorf nächste Woche in den Nächten auf Mittwoch, 30. Mai, und Donnerstag, 31. Mai, jeweils von 22 Uhr bis 5 Uhr in beiden Fahrtrichtungen gesperrt. Der Verkehr wird auf das städtische Strassennetz umgeleitet.

Die nächtlichen Deformationsmessungen auf dem Felsenauviadukt bilden den Abschluss der Zustandsanalyse für das 33-jährige Bauwerk, welche Experten der ETH Zürich im Auftrag von Kanton und Bund vornehmen. Ziel der Analyse ist es, allfällige Ermüdungsschäden am Viadukt rechtzeitig zu erkennen und Aufschluss darüber zu erhalten, was nötig ist, um das Bauwerk auf die nächsten 60 bis 70 Jahre hinaus funktionstüchtig zu erhalten. Über den Felsenauviadukt fahren täglich 100'000 Fahrzeuge, darunter viele schwere Lastwagen, dreimal so viele wie nach der Eröffnung 1974. In einem ersten Zwischenbericht Anfang 2007 hielten die ETH-Experten fest, dass der bauliche Zustand des Felsenauviadukts trotz der massiv gestiegenen Verkehrsbelastung generell gut ist.

Mit den Deformationsmessungen möchten die Fachleute jetzt die modellmässigen Berechnungen, die im Rahmen der bisherigen Untersuchungen gemacht worden sind, verifizieren. Zu diesem Zweck wird während der beiden Nächte in vier Bereichen des Viadukts ein System von Messstationen und Messpunkten eingerichtet. Die elektronischen Messgeräte können kleinste Verformungen des Bauwerks messen, die durch das Aufbringen schwerer Lasten auf die äusseren Fahrbahnen, entstehen. Als Lasten kommen bei der Aktion zwei Leopard-Panzer der Schweizer Armee zum Einsatz, die jeweils zwischen Mitternacht und drei Uhr auf den Viadukt fahren und an genau bestimmten Stellen Position beziehen. Leopard-Panzer sind für die Deformationsmessungen günstig, weil sie auf engstem Raum mehr Gewicht auf die Fahrbahn bringen als jedes andere Gefährt – pro Fahrzeug nämlich stolze 56,5 Tonnen! Parallel zu den Messinstallationen auf dem Viadukt werden auch Messeinrichtungen im Engehalden- und Wylergut-Quartier eingerichtet.

Während die Deformationsmessungen für die Anwohnerschaft unterhalb des Felsenauviadukts zu keinen Beeinträchtigungen führen, wird der Verkehr auf der Berner Stadttangente von den Nachtaktionen erheblich betroffen. Weil die Messapparaturen sehr empfindlich auf Erschütterungen reagieren, darf während der Messungen kein Fahrzeug den Viadukt befahren. Deshalb muss der Felsenauviadukt – ein Novum in seiner Geschichte – während der beiden Nächte vollständig gesperrt werden. Der Verkehr wird ab den Anschlüssen Neufeld und Wankdorf über das städtische Strassennetz umgeleitet. Automobilisten wird empfohlen, den gesperrten Abschnitt grossräumig zu umfahren.

Sobald der Schlussbericht der ETH-Experten vorliegt, wollen Kanton und Bund die weiteren Planungsschritte im Hinblick auf die Gesamterneuerung der A1 Stadttangente Bern Nord und deren «Herzstück», des Felsenauviadukts, festlegen. Fest steht, dass die Gesamterneuerung nicht vor 2010 in Angriff genommen wird.